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Soziale Dimension von CSR
Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz sieht seine Aufgabe darin, die sozialen Aspekte der CSR zu betonen und somit ein Gleichgewicht zwischen den drei Komponenten Ökologie, Ökonomie und Soziales zu schaffen. Nur durch eine ausgewogene Berücksichtigung aller drei Dimension kann die Nachhaltigkeit der CSR-Maßnahmen garantiert und somit eine Verbesserung für die Gesellschaft erzielt werden. Klar ist, dass eine Stärkung der sozialen Aktivitäten nur in Zusammenarbeit mit den InteressenvertreterInnen vorangetrieben werden kann, damit Selbstverpflichtungen von Organisationen bestehende gesetzliche und kollektivvertragliche Regelungen nicht untergraben.
Die soziale Dimension von CSR ist sehr breit und verlangt umfassendes Engagement und Kenntnis in vielen Bereichen. Um dies besser veranschaulichen zu können, wird die soziale Dimension der CSR im Folgenden in interne und externe Faktoren unterteilt dargestellt.
Interne CSR- Faktoren
Interne Faktoren beschreiben soziales Verhalten innerhalb einer Organisation und betreffen in erster Linie ArbeitnehmerInnen, während umweltbewusstes Handeln in diesem Zusammenhang insbesondere die Produktion betreffen würde. Die internen CSR-Faktoren stehen im Kontext von Arbeitsschutz, Humankapital, strukturellem Wandel oder demografischen Veränderungen.
- Struktureller Wandel
Derzeit ist das wirtschaftliche Umfeld gekennzeichnet von Unternehmensfusionen und -übernahmen, Stellenabbau, Betriebsschließungen und -abwanderungen. Diese wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen verunsichern ArbeitnehmerInnen und andere Stakeholder massiv. Im Rahmen einer sozialen Umstrukturierung sollten die Interessen aller Akteure und Akteurinnen, die von den Veränderungen einschlägig betroffen sind, Berücksichtigung finden.
Es ist legitim, Betriebsprozesse zu optimieren und umzustrukturieren, die Produktivität zu steigern und die Qualität zu verbessern, jedoch kann dies nur geschehen, wenn die Motivation, die Loyalität und Kreativität der MitarbeiterInnen erhalten bleiben und ihre Produktivität nicht durch Unsicherheitsfaktoren beeinflusst wird. Soll der strukturelle Wandel Erfolg haben, dürfen nicht nur wirtschaftliche Interessen in den Entscheidungsprozess Eingang finden. Es ist sehr wichtig, auch die Argumente der ArbeitnehmerInnenvertretungen anzuhören und die Meinung der Behörden in die Entscheidungsfindung einfließen zu lassen.
- Human Ressourcen Mangament (HRM)
Im HRM treffen vielfältigste Interessen aufeinander. Unternehmen wollen die am besten geeigneten MitarbeiterInnen für ihre Betriebe gewinnen und diese auch länger an den Betrieb binden. MitarbeiterInnen sollen Loyalität beweisen, flexibel sein und möglichst produktiv bzw. motiviert arbeiten. Auch verlangen Unternehmen, dass sich ihre ArbeitnehmerInnen lebenslang weiterbilden und somit den Wert für den Betrieb ständig erhöhen.
Die MitarbeiterInnen wiederum haben beispielsweise großes Interesse an Maßnahmen, die eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privat- bzw. Familienleben ermöglichen. Eine ausgewogene „Work-Life-Balance" soll die Lebensqualität erhöhen und die Grundlage für Motivation und Kreativität im Berufsleben darstellen.
Der Staat strebt die Senkung von Arbeitslosigkeit, die Anhebung der Beschäftigungsquote und die Bekämpfung der sozialen Ausgrenzung an. Dabei setzt sich vor allem das BMASK für eine diskriminierungsfreie Einstellungspolitik in Bezug auf ethnische Minderheiten, ältere ArbeitnehmerInnen, Langzeitarbeitslose, Frauen und Menschen mit Behinderungen ein.
Das Unternehmen steht in der Verantwortung im Rahmen eines ausgewogenen CSR-Konzepts Kompromisse zu finden und die Interessen aller Beteiligten zu berücksichtigen.
- Arbeitsschutz
Regierungen und ArbeitnehmerInnenvertretungen sind bestrebt die Arbeitsschutzstandards laufend zu erhöhen. Doch auch für Unternehmen wird es immer wichtiger, sich für Arbeitsschutz einzusetzen, da die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen, die für die eigene Produktion etc. notwendig sind, immer häufiger als Marketingkriterium für das eigene Produkt herangezogen wird. Dies steht im Zusammenhang mit der derzeitigen Entwicklung, bestimmte Teilbereiche auszulagern und andere AnbieterInnen mit der Erstellung bzw. Produktion zu beauftragen.
Externe CSR Dimension
Die soziale Verantwortung von Unternehmen umfasst jedoch noch weitere Bereiche und endet daher nicht an den Werkstoren. In einer von globalen Kapitalmärkten und multinationalen Investitionen geprägten Welt haben insbesondere große, transnational operierende Konzerne soziale Verantwortung ihren weltweiten Stakeholdern gegenüber.
- Weltweite Stakeholder
Große Unternehmen, die einen Teil ihrer Produkte durch Importe beziehen und auch viele Teilprozesse der Produktion bereits ausgelagert haben, müssen sich bewusst sein, dass ihre Handlungen Auswirkungen auf die Handlungen ihrer GeschäftspartnerInnen haben. Sozial verantwortlich Handeln heißt, seine Lieferanten und Lieferantinnen und VerbraucherInnen wie PartnerInnen zu behandeln. So beeinflusst etwa das Bezahlen fairer Preise die gesamte Wertschöpfungskette. Von Konzernen wird in Zukunft erwartet, dass sie ihre Produkte in sozialer und ökologisch verantwortungsvoller Art und Weise herstellen.
- Menschenrechte
CSR hat eine umfassende menschrechtliche Dimension, insbesondere im Zusammenhang mit globalen Versorgungsketten und internationaler Wirtschaftstätigkeit. Menschenrechte sind ein komplexes Thema. Im Grünbuch der Europäischen Kommission werden zentrale Fragestellungen, die sich für Unternehmungen ergeben, formuliert: Wie lassen sich ihre Verantwortlichkeiten abgrenzen gegenüber denjenigen der Regierungen? Wie lässt sich überwachen, ob die GeschäftspartnerInnen das für das eigene Unternehmen aufgestellte Werteschema einhalten? Wie verhält man sich gegenüber Ländern, in denen Menschenrechte häufig verletzt werden, und wie agiert man in diesen?
Unter dem steigendem Druck von NGOs und nationalen Konsumentenschutzvereinigungen sehen sich Unternehmen immer häufiger dazu veranlasst, die Einhaltung von Menschenrechten und ökologischen Standards in den Regionen zu garantieren, in die die Produktion ausgelagert wird. Dabei entwickeln Unternehmen Verhaltenskodizes, die diese Einhaltung garantieren sollen.
Eine ausführliche Diskussion zu den obig angesprochenen Problematiken finden die LeserInnen im Grünbuch der Europäischen Kommission.






